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Verlag - Neuigkeiten

Lesetour in Lettland und Estland: Matthias Boosch stellt sein Buch «Black Friday – und andere Lettland-Geschichten» vor




Der BaltArt-Verlag präsentiert:
 
Ein deutscher Autor, ein Schweizer Verlag, ein baltisches Land:
Matthias Boosch stellt sein Buch «Black Friday – und andere Lettland-Geschichten» in Lettland und Estland vor.

 
Die Daten der Lesetour von Matthias Boosch:
 
Lettland:
 
Mittwoch, 23. November 2016, 15 Uhr
Universität Liepāja
Raum 227
Liela iela 14
LV-3401 Liepāja
www.liepu.lv
Freier Eintritt
 
Freitag, 25. November 2016, 18 Uhr
Buchhandlung «Grāmatu un kultūrpreču māja "NicePlace Mansards"»
Kr. Barona iela 21a (iekšpagalma māja, im Innenhof)
Rīga
+371 25 156 875
www.facebook.com/events/1096899127091031/
mansards@niceplace.lv
facebook.com/NicePlaceMansards
www.niceplace.lv/en/niceplace_mansards_shop
Freier Eintritt

Estland:
 
Montag, 28. November 2016, 16.15 Uhr
Universität Tartu
Institut für Fremdsprachen und Kulturen
Abteilung für Germanistik
Philologische Bibliothek
Lossi 3
EE-51003 Tartu
http://www.ut.ee/et
Freier Eintritt

Dienstag, 29. November 2016, 19 Uhr
Buchhandlung REaD raamatupood
Maakri 19/21
Tallinn
+372 5565 3322
raamaturead@gmail.com
maajahallik@gmail.com
https://www.facebook.com/pg/raamaturead/about/
Eintrittspreise:
Erwachsene: 5 €
Studenten, Soldaten, Pensionierte: 3 €
 
Das Buch kann anlässlich der Lesungen erworben werden.
Autor Matthias Boosch signiert.

 
Mehr:
Skurrile Abenteuer und erweiterte Horizonte in der baltischen Provinz:
Erstmals gibt der auf Übersetzungen spezialisierte BaltArt-Verlag ein Werk eines deutschen Autors in der Originalsprache heraus.
Band 9 in der Baltischen Bibliothek im BaltArt-Verlag, Matthias Booschs «Black Friday – und andere Lettland-Geschichten», lädt ein zu einer Entdeckungsreise in dieses baltische Land abseits der Touristenströme. 
 
Zum Buch:
Zwei Diebe, die behaupten von der russischen Mafia zu sein, aber nur den Kühlschrank ausräumen.
Ein hagerer Black-Metal-Fan mit einem weißen Schlappohrkaninchen, der einem gestrandeten Touristen früh morgens Tee serviert, während er ihm Details der baltischen Black-Metal-Szene auseinandersetzt.
Ein neuer Freund, der die Stadtgeschichte mit brennendem Wodka in einem Aschenbecher illustriert.
Es sind meist abseitige, skurrile Begebenheiten, die Autor Matthias Boosch mit satirischem, an Wladimir Kaminer gemahnendem, humorvollem Blick in seinen Lettland-Geschichten erzählt. Dabei wird nicht der Anspruch erhoben, ein politisch korrektes, umfassendes, gar repräsentatives Bild des baltischen Landes widerzugeben. Vielmehr trifft der Ich-Erzähler, ein aus der Zeit gefallener Spät-Hippie auf Selbstfindungstrip, auf originelle Protagonisten, eigentümliche Charaktere und Außenseiter, mit denen er – vorwiegend in der Provinz – allerlei Absurdes, aber auch Anrührendes erlebt.
Unvorbereitet wie er ist, erfährt der junge Deutsche zwar einen Kulturschock, kommt jedoch häufig dank der in Teilen des Baltenvolks verbreiteten Zuhilfenahme von Hochprozentigem mit der Alltagsbewältigung und Völkerverständigung bestens klar.
«Black Friday – und andere Lettland-Geschichten» ermöglicht dem Leser ungewöhnliche Einblicke in ein sich im Umbruch befindliches, verschroben wirkendes Stück altes Europa. Denn wo das tragische postsowjetische Erbe auf neue Freiheiten sowie die Errungenschaften und Ansprüche der Moderne trifft, kann es leicht zu Friktionen und Brüchen kommen – so, wie sie Matthias Boosch in unverwechselbar-lakonischer Sprache schildert.
 
Der Autor:
Matthias Boosch (*1982) wuchs im hessischen Bischofsheim auf. An der Gutenberg-Universität Mainz studierte er Geschichte und Buchwissenschaft. 2009 erschien im Gonzo-Verlag seine Polit- und Mediensatire «Großtyphien schlägt zurück», in der er sich mit den kriegerische Folgen des 11. Septembers auseinandersetzt.
«Black Friday – und andere Lettland-Geschichten» ist sein zweites Buch. In diesem BaltArt-Band reflektiert Matthias Boosch Erfahrungen und Erlebnisse aus seiner Zeit in der ehemaligen Hansestadt Limbaži, heute eine Kleinstadt im Norden Lettlands, in welcher er 2005/2006 ein Jahr lang lebte. 
 
Auszeichnung:
Für die Lettland-Geschichte «Der Überfall» erhielt Matthias Boosch 2015 den Mainzer Literaturförderpreis. 

 
Das Buch kann direkt beim BaltArt-Verlag info@baltart.ch bestellt
oder im Buchhandel bezogen werden.

 
Matthias Boosch
Black Friday – und andere Lettlandgeschichten
Baltische Bibliothek im BaltArt-Verlag – Band IX
BaltArt GmbH Switzerland, BaltArt-Verlag, Langenthal (Schweiz), 2016
978-3-9524559-0-6
Preis: 17 CHF / 15 € (plus allfällige Versandkosten)

 
 

Druckfrisch: «Black Friday – und andere Lettland-Geschichten» von Matthias Boosch



Skurrile Abenteuer und erweiterte Horizonte in der baltischen Provinz:
Erstmals gibt der auf Übersetzungen spezialisierte BaltArt-Verlag ein Werk eines deutschen Autors in der Originalsprache heraus.
Band 9 in der Baltischen Bibliothek im BaltArt-Verlag, Matthias Booschs «Black Friday 
– und andere Lettland-Geschichten», lädt ein zu einer Entdeckungsreise in dieses baltische Land abseits der Touristenströme. 

Zum Buch:
Zwei Diebe, die behaupten von der russischen Mafia zu sein, aber nur den Kühlschrank ausräumen.
Ein hagerer Black-Metal-Fan mit einem weißen Schlappohrkaninchen, der einem gestrandeten Touristen früh morgens Tee serviert, während er ihm Details der baltischen Black-Metal-Szene auseinandersetzt.
Ein neuer Freund, der die Stadtgeschichte mit brennendem Wodka in einem Aschenbecher illustriert.
Es sind meist abseitige, skurrile Begebenheiten, die Autor Matthias Boosch mit satirischem, an Wladimir Kaminer gemahnendem, humorvollem Blick in seinen Lettland-Geschichten erzählt. Dabei wird nicht der Anspruch erhoben, ein politisch korrektes, umfassendes, gar repräsentatives Bild des baltischen Landes widerzugeben. Vielmehr trifft der Ich-Erzähler, ein aus der Zeit gefallener Spät-Hippie auf Selbstfindungstrip, auf originelle Protagonisten, eigentümliche Charaktere und Außenseiter, mit denen er – vorwiegend in der Provinz – allerlei Absurdes, aber auch Anrührendes erlebt.
Unvorbereitet wie er ist, erfährt der junge Deutsche zwar einen Kulturschock, kommt jedoch häufig dank der in Teilen des Baltenvolks verbreiteten Zuhilfenahme von Hochprozentigem mit der Alltagsbewältigung und Völkerverständigung bestens klar.
«Black Friday – und andere Lettland-Geschichten» ermöglicht dem Leser ungewöhnliche Einblicke in ein sich im Umbruch befindliches, verschroben wirkendes Stück altes Europa. Denn wo das tragische postsowjetische Erbe auf neue Freiheiten sowie die Errungenschaften und Ansprüche der Moderne trifft, kann es leicht zu Friktionen und Brüchen kommen – so, wie sie Matthias Boosch in unverwechselbar-lakonischer Sprache schildert.

Der Autor:
Matthias Boosch (*1982) wuchs im hessischen Bischofsheim auf. An der Gutenberg-Universität Mainz studierte er Geschichte und Buchwissenschaft. 2009 erschien im Gonzo-Verlag seine Polit- und Mediensatire «Großtyphien schlägt zurück», in der er sich mit den kriegerische Folgen des 11. Septembers auseinandersetzt.
«Black Friday – und andere Lettland-Geschichten» ist sein zweites Buch. In diesem BaltArt-Band reflektiert Matthias Boosch Erfahrungen und Erlebnisse aus seiner Zeit in der ehemaligen Hansestadt Limbaži, heute eine Kleinstadt im Norden Lettlands, in welcher er 2005/2006 ein Jahr lang lebte. 

Auszeichnung:
Für die Lettland-Geschichte «Der Überfall» erhielt Matthias Boosch 2015 den Mainzer 
Literaturförderpreis. 

14. 11. 2015:  Die Allgemeine Zeitung Rhein Main Presse zum Gewinn des Mainzer Literaturpreises durch Matthias Boosch

Juni 2016: Magazin Sensot Mainz über Matthias Boosch und «Black Friday»

Das Buch kann direkt beim BaltArt-Verlag (info@baltart.ch) bestellt
oder im Buchhandel bezogen werden.



Matthias Boosch
Black Friday – und andere Lettlandgeschichten
Baltische Bibliothek im BaltArt-Verlag – Band IX
BaltArt GmbH Switzerland, BaltArt-Verlag, Langenthal (Schweiz), 2016

978-3-9524559-0-6

Preis: 17 CHF / 15 € (plus allfällige Versandkosten)

Der Flyer zum Buch

Autor Matthias Boosch:


«Wo ist die Liebe?» von Kätlin Vainola und Kertu Sillaste




Meisterhaft illustriert von Kertu Sillaste, anrührend erzählt von Kätlin Vainola:
«Wo ist die Liebe?» – ein humorvolles Kinderbuch aus Estland erklärt das Wesen der Liebe.
 
Der Schweizer BaltArt-Verlag gibt in seiner Baltischen Bibliothek Bücher aus dem Ostseeraum heraus. Mit «Wo ist die Liebe?» veröffentlicht der Verlag ein zweites Kinderbuch aus Estland. Der deutsche Diplomat Carsten Wilms hat das Buch (Originaltitel: «Kus on armastus?») aus dem Estnischen ins Deutsche übertragen. 

Zum Buch: «Aber wo ist eigentlich die Liebe, wenn man sie nicht fühlt? Ist sie lebendig? Welche Farbe hat sie? Was kann man mit ihr anfangen? Kann man sie berühren? Kann man sie verlieren?» Diese Fragen stellt die kleine Sahra ihrer Mutter. Im estnischen Kinderbuch «Wo ist die Liebe?» erfährt das Mädchen, was es mit der Liebe auf sich hat und dass man die Liebe hegen und pflegen muss, damit sie gedeiht.
Die farbenfrohen, humorvollen Scherenschnitt-Illustrationen von Kertu Sillaste und der klare, einfühlsame Text von Kätlin Vainola machen das Kinderbuch auch für Erwachsene zu einem Schmaus für Auge und Seele.
Das Buch eignet sich zum Vorlesen und Selberlesen und richtet sich an Menschen ab 3 Jahren.

Preisträchtig: «Kus on armastus?» erhielt 2013 den ersten Preis beim bedeutendsten Kinderbuchwettbewerb Estlands, Põlvepikuraamat, und wurde 2014 mit dem Spezialpreis der Jury im Wettbewerb der schönsten estnischen Kinderbücher «für seine wunderbare Illustration» ausgezeichnet.
 
Die Autorinnen:

Kätlin Vainola wurde 1978 geboren. 2006 debütierte sie mit dem erfolgreichen Kinderbuch «Ville», das von einem Jungen erzählt, der bei den Grosseltern lebt. Anschliessend folgten weitere Bücher für Kinder. Mit «Lift» (2013) sowie mit «Kus on armastus?» (2014) war sie für den Kinderliteraturpreis der Stiftung Eesti Kultuurkapital nominiert. Sie lebt mit ihrem Mann, ihren beiden Kindern sowie einer Katze und einem Hund in Tallinn. Kätlin Vainolas Facebook-Seite
Kätlin Vainolas Facebook-Seite
Wikipediaeintrag Kätlin Vainola (Deutsch)

Kertu Sillaste (geboren 1973) begann ihre Karriere als Buchillustratorin 2008 für die estnische Kinderzeitschrift «Täheke». Seitdem hat sie sich mit der Gestaltung zahlreicher Kinderbücher ein hohes Renommee in Estland erarbeitet. zusammen mit ihrer Schwester ist sie ausserdem Autorin eines estnischen Kochbuchs für Kinder. Sie wohnt mit ihrem Partner und den zwei Söhnen in Tallinn.
Kertu Sillastes Homepage
 
Interview mit Übersetzer Carsten Wilms in «Eesti Raada», März 2016

Das Buch kann direkt beim BaltArt-Verlag bestellt info@baltart.ch
oder im Buchhandel bezogen werden.
 
 
Kätlin Vainola (Text) und Kertu Sillaste (Bilder)
Wo ist die Liebe?
Übersetzt aus dem Estnischen von Carsten Wilms
Baltische Bibliothek im BaltArt-Verlag – Band VII
BaltArt GmbH Switzerland, BaltArt-Verlag, Langenthal (Schweiz), 2015
www.baltart.ch
978-3-9523109-5-3
 
Preis: 15 CHF / 15 € (plus allfällige Versandkosten)

Flyer zum Buch
Die Homepage zum Buch!

Beitrag in Nordlland - Das Reisemagazin von Kontiki, Nummer 10, 2015

Die Publikation wurde von Eesti Kultuurkapital gefördert.
Kultuurkapital
 
Die Autorinnen Kätlin Vainola (Text) und Kertu Sillaste (Illustrationen):


«Bürger der Republik Finnland» von Elmer Diktonius




Elmer Diktonius ist einer bedeutendsten Autoren Finnlands. Mit «Bürger der Republik Finnland» publiziert der BaltArt-Verlag 6 Novellen des grossen finnlandschwedischen Modernisten.

Der BaltArt-Verlag gibt in seiner Baltischen Bibliothek Bücher aus dem Ostseeraum heraus. Erstmals veröffentlicht er nun ein Werk aus Finnland. Der teilweise in Tallinn lebende Berner Journalist, Historiker und Germanist Daniel Sägesser hat die Novellensammlung aus dem schwedischen Original übersetzt.

Zum Buch: Ja, das Leben ist ein Elend – und oftmals makaber. Schön sind die sechs Novellen denn auch nicht, die der finnlandschwedische Autor Elmer Diktonius 1935 unter dem Titel «Medborgare i republiken Finland» veröffentlichte. Vielmehr gehen die kurzen Texte unter die Haut, sowohl was Sprache und Inhalt als auch was ihre sozialkritische Intention betrifft. Nicht von ungefähr bezeichnet Diktonius dieses Werk als «Novelliade», was für die Einheit und Kompaktheit steht, die ihm innewohnen: Auch wenn die sechs Geschichten völlig unterschiedliche Existenzen und Schicksale schildern, so ist ihnen doch vieles gemeinsam: Die Figuren, ob Faschist, Verdingbub, als ewig Rote abgestempelte Mutter und Sohn, verrückter Armeleuteschuhmacher, Trinker oder Greis, sind alle Aussenseiter, ja Verlierer – aber eben auch finnische Staatsbürger, die Diktonius unerschrocken, einfühlsam und präzise beobachtend porträtiert, dabei tief in ihr Wesen eindringt, sie in ausserordentlichen, ja schicksalsträchtigen Situationen zeigt.
Auf wenigen Seiten breitet er so ganze Leben aus und demaskiert anhand dieser die vorherrschenden politischen und gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten. Dabei bedient er sich einer durchweg deftig-ausdrucksstarken, ungeschminkten und variantenreichen Sprache und schafft damit Bilder von plastischer Drastik und einen Erzählfluss mit atemberaubendem Sog.
 
Die finnisch-schweizerischen Kulturpersönlichkeit Leena Maissen-Visapää, hat hat das Nachwort zu dieser Ausgabe verfasst.

Der Autor: Der finnlandschwedische Dichter und Komponist Elmer Rafael Diktonius wurde 1896 in Helsinki geboren und verstarb 1961 in Sipoo (Finnland). Er alterte früh, seine späteren Lebensjahre waren von Alkoholismus begleitet, auch erkrankte er an Alzheimer. Diktonius gilt – auf derselben Stufe wie Edith Södergran stehend – als einer der bedeutendsten Vertreter des finnlandschwedischen Modernismus. Er war zweisprachig, schrieb sowohl auf Schwedisch als auch auf Finnisch und liess jeweils Elemente der einen Sprache in die in der anderen Sprache verfassten Texte einfliessen.
Aus der Feder des Avantgardisten stammen elf Gedichtsammlungen, der Roman «Janne Kubik» (1932) sowie zwei Novellenbände mit dem Titel «Medborgare i republiken Finland». Der erste erschien 1935 und liegt hier erstmals in deutscher Übersetzung vor. Der zweite wurde 1940 veröffentlicht.
Diktonius war Sozialist, revolutionär ist auch sein schriftstellerisches Werk, geprägt von expressionistischem Geist und der Intention, die bürgerlichen ästhetischen Konventionen sowohl sprachlich als auch thematisch zu durchbrechen. Der Autor beeindruckt mit einer immensen Wortmächtigkeit und virtuosen Sprachschöpfung, wobei er oft auf die Kraft der gesprochenen Sprache setzt.
Er trat auch als Übersetzer, Kritiker und Mitherausgeber der Zeitschriften «Ultra» und «Quosego» her- vor, welche den finnlandschwedischen Modernisten eine bedeutende Plattform boten.
In jüngeren Jahren war Diktonius mit dem späteren sowjetischen Politbüromitglied Otto Ville Kuusinen befreundet.
Als Bertolt Brecht 1940/41 im Exil in Finnland weilte, gehörte Elmer Diktonius zusammen mit Hella Wuolijoki, Olavi Paavolainen und anderen zu dessen Freundeskreis.

Bertolt Brecht über Elmer Diktonius:
«DIKTONIUS, der finnische horaz, holt mich ab in eine bierstube, er ist kurzleibig und vierschrötig, wie mit der axt aus einer eichenwurzel gehauen, sein eigenes wandelndes monument. er hat eine kleine staatspension und lebt von zeitungsartikeln. stets bringt er etwas mit, wenn er kommt, eine zigarre oder süßigkeiten für barbara. er lacht gern und macht gern kleine bösartige, aber humoristische bemerkungen, knapp und gut geformte. im ganzen könnte er ein seekapitän sein.» 
Bertolt Brecht, 30. 6. 1940
Arbeitsjournal, 1938 bis 1942 

Das Buch kann direkt beim BaltArt-Verlag (info@baltart.ch) bestellt oder im Buchhandel bezogen werden.
 

Elmer Diktonius
Bürger der Republik Finnland
Novelliade
Übersetzt aus dem Schwedischen von Daniel Sägesser

Baltische Bibliothek im BaltArt-Verlag – Band VI
II
BaltArt GmbH Switzerland, BaltArt-Verlag, Langenthal (Schweiz), 2015

978-3-9523109-9-1 

Preis: 15 CHF / 15 € (plus allfällige Versandkosten)

Der Flyer zum Buch

Die Übersetzung und Publikation dieses Buchs wurde durch
FILI Finnish Literature Exchange gefördert. 
FILI



«Das Brüderbataillon» von Eino Hanski


 


 «Das Brüderbataillon» von Eino Hanski – ein schwedischer Roman über die Ingermanländer im finnisch-sowjetischen Fortsetzungskrieg

Der BaltArt-Verlag gibt in seiner Baltischen Bibliothek Bücher mit Bezug zum Ostseeraum heraus. Erstmals veröffentlicht er einen schwedischen Roman auf Deutsch. Übersetzt hat das Werk der teilweise in Tallinn lebende Berner Journalist, Historiker und Germanist Daniel Sägesser.

Zum Buch: Eino Hanskis 1979 erschienener Roman «Das Brüderbataillon» (schwedischer Originaltitel «Brödrabataljonen») beleuchtet ein wenig bekanntes Kapitel des 2. Weltkriegs und der finnischen Verstrickungen darin – das Schicksal der Ingermanländer. Dieses finnischsprachige Volk lebte seit Jahrhunderten auf einem Landstrich am Finnischen Meerbusen, der sich von der karelischen Landenge bis hin nach Estland erstreckt. Hauptstadt Ingermanlands ist Lenin- grad (St. Petersburg).
Im Fortsetzungskrieg (1941–44) zwischen Finnland und der Sowjetunion wurden die jungen Ingermanländer gezwungen, in der Roten Armee gegen die Finnen zu kämpfen. Nahmen Letztere sie gefangen, wurden sie zunächst wie sowjetische Kriegsgefangene behandelt, später versprach man ihnen die finnische Staatsbürgerschaft, wenn sie sich bereit erklärten, für Finnland gegen die Russen zu kämpfen.

In den im September 1944 von den Sowjets diktierten Waffenstillstandsbedingungen wurden die Finnen dazu verpflichtet, die ingermanländischen Soldaten und Zivilisten an die UdSSR auszuliefern, was für diese Hinrichtung, Gulag oder im besten Fall Deportation bedeutete. Vielen glückte es aber auch, in Finnland zu bleiben oder nach Schweden zu fliehen. Nach dem Zu- sammenbruch der Sowjetunion siedelten rund 30 000 Ingermanländer nach Finnland über.
In «Das Brüderbataillon» setzt der schwedisch-ingermanländische Autor Eino Hanski den einfachen ingermanländischen Soldaten, die stalinistischem Terror, finnischer Misshandlung, Hunger und Krieg ausgesetzt waren, ein literarisches Denkmal. Neben den brutalen Ereignissen erzählt er aber auch von Freundschaft und Mitmenschlichkeit.

Das von humanistischem Geist durchdrungene literarische Meisterwerk weist in seiner Beispielhaftigkeit über das eigentliche Geschehen weit hinaus, denn es verdeutlicht, was Krieg mit und aus Menschen machen kann. In diesem Sinn ist es – auch stilistisch – das ingermanländische Gegenstück zum epochalen Roman «Der unbekannte Soldat» des finnischen Schriftstellers Väinö Linna, welcher vom Schicksal der Soldaten im Fortsetzungskrieg erzählt. 
 

Zum Autor: Der schwedisch-ingermanländische Schriftsteller, Dramatiker und Bildhauer Eino Hanski wurde 1928 in Leningrad geboren. Sein Vater, ein finnischer Arbeiter und Kommunist, hatte sich 1921 aus Finnland abgesetzt. Hanskis Mutter war Karelierin, Finnisch seine Muttersprache.
Zusammen mit seiner Mutter und Schwester konnte Hanski aus dem seit 1941 von den Deutschen belagerten Leningrad fliehen, sein Vater verhungerte dort. Die strapazen- und gefahrenreiche Flucht vor Hunger, Krieg sowie faschistischer und stalinistischer Verfolgung führte ihn in die Ukraine, nach Polen und Finnland, bis er schliesslich 1945 in einem kleinen, überfüllten Flüchtlingsboot in Schweden anlandete. Er liess sich in Göteborg nieder und starb dort im Jahr 2000.
Eino Hanski verdiente sich seinen Lebensunterhalt unter anderem als Wald-, Industrie- und Hafenarbeiter. Er arbeitete aber auch in einem Jugendhaus, als Fotograf und war Leiter einer Jugendherberge.
1965 debütierte er als Autor – auf Schwedisch. Sein umfangreiches literarisches Schaffen handelt vor allem von russischen und sowjetischen Lebensschicksalen. Zu diesem Themenkreis gehört auch der 1979 erschienene Roman «Das Brüderbataillon».
Hanskis Bücher waren Bestseller und wurden über 2 Millionen Mal verkauft. 

Der bedeutende finnische Historiker Henrik Meinander, Professor an der Universität Helskinki, hat eigens für die deutsche Ausgabe ein Nachwort verfasst. 

Textprobe

Und das meinen Leser:

Buchkritik von Theatermacher Christian Probst, Bern

Buchkritik von Verena Sigrist, Ostermundigen
Kritik Dr. iur. Gerhard R. Holzhacker M.B.L.-HSG, Vaduz FL 

Presseecho:

19. Juli 2015: NZZ am Sonntag: Der renommierte Schweizer Historiker Thomas Maissen über «Das Brüderbataillon», Eino Hanski, die Ingermanländer und die über das Thema hinausreichende Bedeutung dieses Buches

Jahrbuch für finnisch-deutsche Literaturbeziehungen, Nr. 47, 2015 (Herbst)
Beitrag Finnland-Magazin Dezember 2014
Buchrenzension literaturkritik.de
Buchtipp «General Anzeiger Bonn», 11./12. Oktober 2014
Buchtipp «Basellandschaftliche Zeitung», 24. Juli 2014



Das Buch kann direkt beim BaltArt-Verlag (info@baltart.ch) bestellt oder im Buchhandel bezogen werden.

Eino Hanski
Das Brüderbataillon
Übersetzt aus dem Schwedischen von Daniel Sägesser
Baltische Bibliothek im BaltArt-Verlag – Band VI
BaltArt GmbH Switzerland, BaltArt-Verlag, Langenthal (Schweiz), 2014
ISBN: 978-3-9523109-8-4

Preise: 25 CHF / 20 € (plus allfällige Versandkosten)

Die Publikation wurde von Swedish Arts Council (Kulturrådet) gefördert.
Der BaltArt-Verlag dankt der schwedischen Botschaft in Bern für die Unterstützung.
Kulturrådet

Eino Hanski:


«Ville macht sich auf die Socken» von Kairi Look – ein Kinderbuch auch für Erwachsene




Dieses Jahr wartet der BaltArt-Verlag bereits mit der dritten Neuerscheinung auf und bringt mit «Ville macht sich auf die Socken» (Originaltitel «Leemuripoeg Ville teeb sääred») erstmals ein Buch aus Estland und gleichzeitig erstmals ein Kinderbuch heraus –
Band V in der Baltischen Bibliothek im BaltArt-Verlag.

Die junge, vielversprechende Autorin Kairi Look hat die tolle, fantasievolle Geschichte geschrieben und die arrivierte estnische Künstlerin Elina Sildre hat die Abenteuer des kleinen Lemuren Ville in kultverdächtige, unverwechselbare Bilder umgesetzt.

Der Text wurde von der renommierten Übersetzerin Irja Grönholm aus dem Estnischen kongenial ins Deutsche überbetragen.

Zum Buch: «Ville macht sich auf die Socken» ist ein humorvolles und geistreiches Kinderbuch über den jungen, neugierigen Lemuren Ville und seine tollen Abenteuer in Europa. Als aufgeweckter und interessierter Affe ist er eine Ausnahme unter seinen ignoranten Artgenossen und findet in seinem abgelegenen Heimatwald auch niemanden, der mit ihm den Wunsch teilt, die Welt zu entdecken. Ihm bleibt also nichts anderes übrig, als sich Pierre, einem hochnäsigen, aber weltgewandten Eichhörnchen aus Paris anzuschliessen.

Als blinde Passagiere gehen sie an Deck eines Kreuzfahrtschiffs ...

Die Autorin Kairi Look (*1983) lebt in Amsterdam und in Tallinn. «Ville macht sich auf die Socken» (estnischer Originaltitel «Leemuripoeg Ville teeb sääred») ist ihr Debüt. Es erhielt im Erscheinungsjahr 2012 den dritten Preis im Wettbewerb der besten estnischen Kinderbücher und wurde rasch zu einem Verkaufserfolg auf dem estnischen Buchmarkt. Kairi Look plant bereits eine Fortsetzung mit neuen Abenteuern von Ville.

Der Flyer zum Buch

Kairi Looks Blog auf Estnisch:
 www.amsterdamiseerunud.blogspot.com


Textprobe

Rezension «Querlesen»
Buchtipp «Coopzeitung»

 

Das Buch kann direkt beim BaltArt-Verlag über info@baltart.ch oder im Buchhandel bestellt werden. 

Kairi Look
Ville macht sich auf die Socken
Illustriert von Elina Sildre
Übersetzt aus dem Estnischen von Irja Grönholm
Baltische Bibliothek im BaltArt-Verlag – Band V
BaltArt GmbH Switzerland, BaltArt-Verlag, Langenthal (Schweiz)
978-3-9523109-6-0

Preise:
Schweiz: 32 Franken
Euroraum: 25 Euro
(plus Versandkosten)

Die Publikation des Buchs wurde von Eesti Kultuurkapital unterstützt.

Kairi Look:


«Čia aš varatarius» – Pedro Lenz' bärndütscher Bestseller «Der Goalie bin ig» auf Litauisch



Der BaltArt-Verlag geht in seiner völkerverbindenden Kulturvermittlung neue Wege: Erstmals hat er ein Buch aus der Schweiz
 auf Litauisch herausgebracht. Es handelt sich um kein geringeres Werk als den bärndütschen Bestseller «Der Goalie bin ig» von Pedro Lenz. Für die  Übertragung des Romans aus dem Dialekt ins Litauische zeichnen der litauische Schriftsteller Rimantas Kmita und der in Litauen lebende Schweizer Übersetzer, Sprachwissenschaftler und Kulturtäter Markus Roduner verantwortlich. 

Das Buch kann ab sofort bei info@baltart.ch bestellt werden.

Die Preise (exklusive Versandkosten): 6 Franken / 5 Euro / 15 Litas (plus Versandkosten).

Dieses Werk wurde durch die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia grosszügig gefördert. Der BaltArt-Verlag dankt herzlich!


Artikel über die Buchpräsentation in Vilnius auf Litauisch: www.lrytas.lt

BaltArt leidykla suka nauju keliu: pirmą kartą lietuviškai publikuojama šveicarų autoriaus knyga. Tai ne kas kita kaip Berno šnekamąja tarme parašytas Pedro Lenzo bestseleris„Čia aš varatarius“. Vertimo į šnekamąją lietuvių kalbą ėmėsi lietuvių literatūrologas ir poetas Rimantas Kmita ir Lietuvoje gyvenantis šveicarų vertėjas, kalbotyrininkas ir kultūrininkas Markus Roduner. 

Knygą jau dabar galima užsakyti el. paštu info@baltart.ch
Kaina be siuntimo išlaidų: 15 litų / 6 Šveicarijos frankai / 5 Eurai.
Knygos bus pristatytos po knygos sutiktuvių.

Apie knygą:

Ir kodėl žmogus negali ramiai ir paprastai gyventi, neįsivelti į istorijas, susirasti moterį ir būti laimingas? Kodėl gyvenimas yra kažkoks detektyvas? 
Labai daug laimės ir džiaugsmo gyvenime varatarius nepatyrė. Tame vieninteliame gyvenime, kurio pirmus 33 metus jis  praleido skylėje, vadinamoje Šumertau. Visuomeninė kontrolė čia stipri, narkotikų vartojimo lygis aukštas, o įstatymo rankos ilgos. 
Mirtinas smūgis šio narkomanėlio gyvenime buvo istorija su vienu arabu (ar prancūzu). Penkios tūkstantinės už to tipo pavežimą, lengvi pinigai. Ir kur dar krūva narkotikų bagažinėje pamirštame krepšyje. Kas gali pasakyti, kodėl kartais liežuvis tarsi pats ima pliaukšti: ne, nieko nežinau, kokia dar tašė? O paskui jau vėlu ir orumas neleidžia viską paversti juokais – gerai jau, gerai, va ta jūsų tašė, va čia kažkokie reikalai. 
Bet po metų kalėjimo visa tai –  pernykštis sniegas. 
Grįžęs iš kalėjimo varatarius nori baigti su visomis narkotikų istorijomis ir būti normalus bei laimingas žmogus. Bet ne viskas taip paprasta. 
Skolos ir kaltės išpirktos, varatarius imasi naujo gyvenimo – naujas butas (per pažįstamus) ir net darbas (per pažįstamus). O kai gražioji Regula, ta padavėja iš kabako, kuriame rinkosi visi pažįstami,  ir kurios jis ilgų ilgiausiai ir, tiesą sakant, beviltiškai siekė, sutiko su juo keliaut į Ispaniją, laimė atrodė ranka pasiekiama. Bet kaip varatariui neretai nutinka, likimo sprigtas ir vėl sujaukė visus reikalus.
Beje, apie likimą. Jis varatariaus asmenyje turbūt matė tikrą graikų herojų, kurio vienas svarbiausių požymių (pasak Aristotelio) – nepelnytos kančios. Na, varatarius gal ir nekentėjo visai nepelnytai, bet vis tiek, nereikia juk perlenkt. 
Pasakoti istorijas yra kas kita negu plepėti. Pedro Lenz sąmojingas ir melancholiškai smagus pasakojimas apie plepantį ir pasakojantį, besimokantį gražiai pralaimėti personažą įtraukia. Įtraukia Berno tarmė, kuria romanas parašytas, o išverstas į stilizuotą bazarą. Personažas iš Šveicarijos, kuris primena gerai lietuviams žinomo Jurgio Kunčino (anti)herojus ir galėtų gyventi tarp mūsų.

Pedro Lenz (g. 1965) – poetas, rašytojas, vienas populiariausių šiuolaikinių šveicarų autorių. Pagal jo romaną-bestselerį „Čia aš varatarius“ Berno miesto teatre pastatytas spektaklis, sulaukęs didžiulio publikos dėmesio, greit pagal romaną pasirodys ir filmas. Autorius gimė ir užaugo nedideliame Šveicarijos miestelyje Langentalyje, baigęs mokyklą mokėsi mūrininko amato ir kelerius metus dirbo katalikiškoje organizacijoje su jaunimu. Būdamas jau suaugęs 1995 metais išlaikė brandos egzaminus ir paskui kelis semestrus Berno universitete studijavo ispanų literatūrą. Nuo 2001 metų dirba kaip nepriklausomas autorius.
Šiuo metu P. Lenz gyvena Oltene, kur su dviem draugais įsigijo restoraną, jame klausosi paprastų žmonių pokalbių ir kalbasi su žurnalistais. Autorius yra parašęs tekstų įvairioms teatro trupėms ir Šveicarijos radijui. Be kitų premijų už savo tarmišką romaną pelnė Berno kantono ir vokiečiakalbės Šveicarijos Šilerio premiją.

Pedro Lenz, Rimantas Kmita, Markus Roduner:


«Im Sog von Riga». Der lettische Kultroman «Rīgas Siltums» von Alise Tīfentāle auf Deutsch


 

Der BaltArt-Verlag bringt als Band 4 in der «Baltischen Bibliothek» erstmals ein Buch aus Lettland heraus. 
Dieses Mal handelt es sich nicht um ein historisches Werk, sondern um den zeitgenössischen Roman «Rīgas Siltums» von Alise Tīfentāle. 
«Im Sog von Riga» ist eine Geschichte über das Treiben der Künstlerbohème der Stadt zu Anfang des 21. Jahrhunderts. Einblicke – oft mit einem schelmischen Lächeln – in das pulsierende Leben der baltischen Metropole. Hippe Leute in einer hippen Stadt. Clubs, Sex und Schönheitsoperationen – dies und noch vieles mehr bringt uns der schnelle Roman der jungen lettischen Autorin näher. Und macht Lust auf Riga von heute, 10 Jahre später...

Der in Litauen lebenden Schweizer Übersetzer und Sprachwissenschaftler Markus Roduner hat das Werk aus dem Lettischen ins Deutsche übertragen. 

Diverse lettische Kulturinstitutionen (Literature Centre, State Culture Capital Foundation, Ministry of Culture of the Republic of Latvia) unterstützen mit Zuschüssen die Herausgabe dieses Buchs.

Mehr zur Förderung: Siehe List of Supported Projects auf:
www.literature.lv/en

Das Buch kann beim BaltArt-Verlag (info@baltart.ch)
oder im Buchhandel bestellt werden.
Die Preise (exklusive Versandkosten): 22 Franken / 17 Euro


baltbuch.blogspot.de/2013/09/alise-tifentale-im-sog-von-riga.html

Textauszug


»Wirst du oft gefragt, warum du hier lebst? Du könntest dir doch auch eine elegante Bleibe an jedem anderen Ort leisten.« Ernests' leuchtende Augen und seine flatternde Stimme verrieten, dass er wieder einmal eine Erleuchtung erlangt hatte. Sie saßen auf dem großen Sofa in Adelaides Wohnzimmer und knabberten Nüsse. Adelaide schloss für einen Moment die Augen und glättete mit einer unwillkürlichen Geste wie von Geisterhand die Falten der mokkafarbenen Organza-Bluse.

»Natürlich werde ich das. Ich habe mich das auch schon gefragt. Eine Antwort habe ich. Mir graut vor dem Reisen – alles, was man in einer fremden Stadt sieht, sind Häuser, Menschen und Essen. Alles ist genau wie hier, es sieht nur anders aus. Warum also wegziehen, wenn sich dadurch nichts ändert? Die Einsamkeit vertreibt es auf keinen Fall. Und darum ist es egal, wo man lebt. Ich weiß auch, dass ich früher oder später zurückkehren würde. Da ist dieser besondere Sog von Riga, diese Wärme, in der ich mich wohl fühle, alle kennen einander, alle sind miteinander verbunden. Eine Art Sicherheitsnetz.«

»Auch ich denke darüber nach. Weißt du, Riga ist weder das Hinterland der Welt noch ein Symbol der Peripherie, es ist Zentrale oder Terminal, in dem sich die von anderen Großstädten verschmähten Abenteurer versammeln, die gescheiterten Welteroberer und die besiegten Träumer. So lautet die Regel: Alle, die einst voller Wünsche, Ambitionen und Pläne auf der Suche nach Glück, Ruhm und Geld in fremde Lande aufgebrochen sind, kehren nach vielen Jahren zurück, um wieder in denselben Kneipen zu sitzen und zu trinken. Was bleibt ihnen denn anderes übrig? So viel Schnaps, wie diese Zurückgewiesenen kann man gar nicht trinken. Sie haben nur diesen Ausweg. Von einer großen Bühne in London, Amsterdam oder Stockholm abgewiesen, fehlt dir die Kraft und Motivation, in der Geburtsstadt alles noch einmal von vorne anzufangen. Die Statistik würde sicher belegen, dass Rigas Partyleben zum größten Teil aus hoffnungslosen Losern besteht. Aus einer ganz besonderen Gattung von Losern, deren einst so hohen Ziele und Hoffnungen dermaßen gründlich zerstört wurden, dass sie jetzt nur noch giftige Bemerkungen machen und niemandem mehr glauben.

Zugleich ist die Selbstmord- und Alkoholüberdosierungsrate gar nicht so groß – das Rigaer Grau wartet fürsorglich auf die Rückkehr seiner verlorenen Söhne und nimmt sie taktvoll, so als wäre nichts geschehen, wieder in ihre alte Kneipenrunde auf. Ohne überflüssige Fragen zu stellen, ohne sie in eine peinliche Lage zu versetzen. Wohin auch sonst sollte dieser ambitiöse Abfall gehen? Da macht es nichts, wenn wir alle vor Einsamkeit den Verstand verlieren.«

 

Die Autorin Alīse Tīfentāle
Alise Tīfentāle (*1977) ist Schriftstellerin, Redaktorin, Kunsthistorikerin und Kuratorin. Zur Zeit lebt und arbeitet sie in New York, wo sie an der City University of New York ihre Dissertation in Kunstgeschichte schreibt und am York College sowie am Bronx Community College Kunstgeschichte unterrichtet. 
Alise Tīfentāle ist als Tochter einer Künstlerfamilie in der lettischen Hauptstadt Riga aufgewachsen. Ihr Vater war Maler, ihre Mutter Fotografin. 
Bereits als 15-Jährige begann sie zu schreiben – als Journalistin für Rockmusik in einem Jugendmagazin.
Während sie Kommunikationswissenschaften an der Universität von Lettland studierte, begann sie für die grösste Tageszeitung Lettlands und für verschiedene Lifestyle-Magazine über zeitgenössische Kunst Artikel zu verfasse. In ihrer eigenen Fernsehsendung «Alise stellt vor» berichtete sie über die Entwicklungen in der zeitgenössischen Kunstszene von Riga.
Seit 2001 hat sie zahlreiche Presse- und Buchbeiträge zu einem umfassenden Themenspektrum verfasst – von der Fotografie zur Sowjet- und Post-Sowjetzeit bis zu zeitgenössischer Kunst. 
Alise Tīfentāle ist Gründerin des Magazins «Foto Kvartals», das sich der Geschichte der Fotografie und der Fotografiekritik widmet. Sie selber stand dem Blatt von 2006 bis 2010 als Chefredaktorin vor. Ihr letztes Buch «The Photograph as Art in Latvia, 1960-1969», erschienen 2011, untersucht die herausragende Bedeutung der Fotografie als offiziell nicht anerkannte Kunstform für das künstlerische Establishment der Sowjetunion. Alise Tīfentale hat diverse Ausstellungen über zeitgenössische lettische Fotografie kuratiert, unter anderem 2008 eine Schau in Moskau mit dem Titel «Private». An der 55. Biennale in Venedig im Jahr 2013 war Co-Kuratorin des lettischen Pavillons «North by North East». 

Alise Tīfentāle ist aber nicht nur im Kunstbereich tätig, sondern hat sich auch schon früh als Schriftstellerin hervorgetan. Bisher hat sie drei Bücher veröffentlicht – 1999 die Kurzgeschichten-Sammlung «Hotel Rīga» sowie die Romane «The Main Prize – A Trip for Two» (2001) und «Im Sog von Riga» (2003). 
Bereits seit 1996 erschienen Stories und Fragmente aus ihren entstehenden Werken in verschiedenen Publikationen und wurden auch ins Finnische, Litauische und Estnische übersetzt. Ihr Schreiben verbindet Autobiographisches und Fiktion. 
Den amerikanischen Autor Hunter S. Thompson and die lettische-amerikanische Autorin Anšlavs Eglītis bezeichnet Alise Tifentāle als ihre literarischen Vorbilder und Inspirationsquellen.
Die Romane von Alise Tīfentāle reflektieren die Widersprüche in unserer zeitgenössischen Gesellschaft, die sich im Spannungsfeld von Mainstream-Massenkultur und ungeschriebenen Gesetzen der verschiedenen Subkulturen, vor allem derjenigen der Kunstwelt, der sie selber angehört, bewegen. 

«Rīgas siltums» – Alise Tīfentāle – Markus Roduner



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