Kairi Look

Ville macht sich auf die Socken

 

ISBN 978-3-9523109-6-0 

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Kairi Look
Ville macht sich auf die Socken
Illustriert von Elina Sildre, Tallinn
Übersetzt aus dem Estnischen von Irja Grönholm, Berlin
Baltische Bibliothek im BaltArt-Verlag – Band V

Deutsche Erstausgabe, 1. Auflage 2013

ISBN 978-3-9523109-6-0 

Preise: 25 € / 32 CHF (plus allfällige Versandkosten) 

Titel der estnischen Originalausgabe: «Leemuripoeg Ville teeb sääred» 

© Text: Kairi Look und Verlag Tänapäev, Tallinn, 2012

© Illustrationen: Elina Sildre, Tallinn, 2012

Lektorat / Korrektorat: Arnd Mathias Schuppius; Burg/Dithmarschen
Buchgestaltung: Villu Koskaru, Tallinn
Druck: Tallinna Raamatrükikoda, Tallinn

Die Publikation des Buchs wurde von Eesti Kultuurkapital unterstützt.

Kulka

«Ville macht sich auf die Socken» von Kairi Look – ein Kinderbuch auch für Erwachsene

«Ville macht sich auf die Socken» (Originaltitel «Leemuripoeg Ville teeb sääred») ist das erste Buch aus Estland und gleichzeitig das erste Kinderbuch des BaltArt-Verlags.

Die mittlerweile international bekannte Autorin Kairi Look hat die tolle, fantasievolle Geschichte geschrieben und die arrivierte estnische Künstlerin Elina Sildre hat die Abenteuer des kleinen Lemuren Ville in kultverdächtige, unverwechselbare Bilder umgesetzt.

Der Text wurde von der renommierten Übersetzerin Irja Grönholm aus dem Estnischen kongenial ins Deutsche überbetragen.

Die Übersetzerin Irja Grönholm

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Das Buch

  

«Ville macht sich auf die Socken» ist ein humorvolles und geistreiches Kinderbuch über den jungen, neugierigen Lemuren Ville und seine tollen Abenteuer in Europa. Als aufgeweckter und interessierter Affe ist er eine Ausnahme unter seinen ignoranten Artgenossen und findet in seinem abgelegenen Heimatwald auch niemanden, der mit ihm den Wunsch teilt, die Welt zu entdecken. Ihm bleibt also nichts anderes übrig, als sich Pierre, einem hochnäsigen, aber weltgewandten Eichhörnchen aus Paris anzuschliessen.

Als blinde Passagiere gehen sie an Deck eines Kreuzfahrtschiffs ...

Rezension «Querlesen»
Buchtipp «Coopzeitung»

Die Autorin

Kairi Look (*1983) lebt in Amsterdam und in Tallinn. «Ville macht sich auf die Socken» (estnischer Originaltitel «Leemuripoeg Ville teeb sääred») ist ihr Debüt. Es erhielt im Erscheinungsjahr 2012 den dritten Preis im Wettbewerb der besten estnischen Kinderbücher und wurde rasch zu einem Verkaufserfolg auf dem estnischen Buchmarkt. Kairi Look plant bereits eine Fortsetzung mit neuen Abenteuern von Ville.

Kairi Look:

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Foto: Mike Reiner, Amsterdam

Textauszug

Die ersten Schritte im gelobten Land

 

An Deck wurden die beiden von grellem Tageslicht und Hunderten eiliger Füsse begrüsst – von Frauen und Männern und Kindern und Hunden und wer weiss, von wem noch! Ville schrak sich im dichten Gewühl fast die Streifen aus dem Fell. Am liebsten wäre er zurück in den Gepäckraum geflüch- tet, doch Pierre hielt den Gefährten am Schwanz und liess ihn nicht aus den Augen. Die beiden arbeiteten sich bis zur Treppe vor und rutschten am Handlauf der Landungsbrücke hinunter aufs Festland. Bemerkt wurden sie von niemandem.

Ville schwirrte von den vielen neuen Eindrücken der Kopf. Schon auf den ersten Blick war Europa ganz etwas anderes als der Heimatwald. Es gab unendlich viel zu ent- decken. Ville beschloss, die Erforschung von Paris auf Höhe der Grashalme zu beginnen, denn die umherquirlenden Menschen kamen ihm laufend in die Quere und versperrten ihm die Sicht. Der Haken an der Sache war nur, dass es keine Grashalme gab. Statt aus Pflanzen, Laub und Wiese bestand der Pariser Boden aus glatten, gemusterten Steinen. Ville hätte sie allzu gern mal gekostet, aber Pierre trieb den Lemur

zur Eile an und liess ihm keine Zeit, mit der Zunge über die Steine zu schlecken.

Ville verlegte sich auf die Sockenbetrachtung. Zu seinem Entsetzen bevorzugten die Menschen dunkle und löchrige Stinkesocken, nur ganz selten kreuzten hübsche, gestreifte Paare seinen Weg. „Was wäre es schön, solch eine Socke im Winter als Schwanzwärmer zu tragen”, schwärmte Ville und versuchte, das eine oder andere Exemplar ein bisschen anzuknabbern. Leider hatten es die Menschen schrecklich eilig. „Eile mit Weile”, murmelte Ville und passte auf, dass er Pierre dicht auf den Fersen blieb.

Pierre und Ville huschten zwischen den Leuten hindurch wie zwei kleine Käfer. Was ihnen um die Füsse huscht, sehen die Erwachsenen ja nie. Sie haben die dumme Angewohnheit, stets und ständig in Eile zu sein, und sind dadurch gar nicht imstande, die wirklich aufregenden Dinge in der Welt zu bemerken. Nur ein kleines Mädchen mit einem Eis entdeckte die beiden Reisegefährten und winkte ihnen fröhlich zu, wie alten Bekannten. Es trug aufregend gestreifte Kniestrümpfe, und der Lemur hätte sich zu gern mit dem Mädchen ange- freundet, doch Pierre liess ihm keine Zeit dazu.

Nach und nach lichtete sich das Getümmel, und Pierre verlangsamte das Tempo. Jetzt bestand keine Gefahr mehr, dass jemand versehentlich auf sie trat oder ihnen mit dem Rollkoffer in die Hacken fuhr. Anstelle des Schiffsgedröhns lagen Stimmengewirr und Vogelgesang in der Luft, und in der Ferne blies jemand einen Blues auf der Posaune.

„Lass uns Pause machen. Ich bin fix und foxi”, sagte Pierre mit hängender Zunge und liess sich auf einen Grünstreifen am Strassenrand fallen. Er breitete ein spitzengesäumtes Taschentuch auf einer Baumwurzel aus und legte den Kopf darauf.

„Warum nicht”, meinte Ville. Als er etwas Kraft geschöpft hatte, stapelte er aus dem Koffer und seinem Bündel einen Turm und erkletterte die Spitze, um die Umgebung zu studieren.

War das eine Stadt! Überall Menschen und Tiere und Fahrzeuge aller Art. Ville sah Männer, die sich toll zurecht- gemacht hatten und Hunderte schwarzer Zöpfe trugen. Andere waren bieder glattgekämmt oder zeigten eine wilde Lockenpracht. Was Ville erstaunte, war, dass es mächtig viele Leute gab, die überhaupt keine Haare auf dem Kopf hatten. „Vielleicht ist ihr Fellwachstum in Verzug geraten”, dachte er und fixierte einen Herrn mit Spiegelglatze. Er hatte das dringende Bedürfnis, mal drüberzuschlecken, aber der Mann schien scheu zu sein. Komisch, es war doch gar nichts dabei! Nun gut, Ville hob sich die nähere Untersuchung der Kahlköpfigen für später auf …

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