Alise Tīfentāle

Im Sog von Riga

 

ISBN 978-3-9523109-3-9

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Alise Tīfentāle

Im Sog von Riga

Übersetzt aus dem Lettischen von Markus Roduner, Vilnius
Baltische Bibliothek im BaltArt-Verlag – Band IV
Deutsche Erstausgabe, 1. Auflage 2013

ISBN 978-3-9523109-3-9

Preise: 17 € / 22 CHF (plus allfällige Versandkosten) 

Titel der lettischen Originalausgabe: «Rīgas Siltums»

© 2013?

Lektorat: Nina Kusano, Bern
Korrektorat: Arnd Mathias Schuppius, Burg/Dithmarschen   
Buchumschlag-Illustration: Martynas Vilimavičius, Vilnius
Buchgestaltung: Laura Vilimavičienė, Vilnius   

Diverse lettische Kulturinstitutionen (Literature Centre, State Culture Capital Foundation, Ministry of Culture of the Republic of Latvia) unterstützen mit Zuschüssen die Herausgabe dieses Buchs.

Latvian Literature

Der Übersetzer Markus Roduner:

Wikipedia Deutsch

Wikiwand

«Im Sog von Riga». Der lettische Kultroman «Rīgas Siltums» von Alise Tīfentāle auf Deutsch

Mit Band 4 in der «Baltischen Bibliothek» gibt der BaltArt-Verlag erstmals ein Buch aus Lettland heraus. 
Dieses Mal handelt es sich erstmals auch nicht um einen historisches Werk, sondern um den zeitgenössischen Roman «Rīgas Sīltums» von Alise Tīfentāle. 

Das Buch

  

«Im Sog von Riga» ist eine Geschichte über das Treiben der Künstlerbohème der Stadt zu Anfang des 21. Jahrhunderts. Einblicke – oft mit einem schelmischen Lächeln – in das pulsierende Leben der baltischen Metropole. Hippe Leute in einer hippen Stadt. Clubs, Sex und Schönheitsoperationen – dies und noch vieles mehr bringt uns der schnelle Roman der jungen lettischen Autorin näher. Und macht Lust auf das Riga von heute ...

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Die Autorin

Alise Tīfentāle (*1977) ist Schriftstellerin, Redaktorin, Kunsthistorikerin und Kuratorin. Zur Zeit lebt und arbeitet sie in New York, wo sie an der City University of New York ihre Dissertation in Kunstgeschichte schreibt und am York College sowie am Bronx Community College Kunstgeschichte unterrichtet. 
Alise Tīfentāle ist als Tochter einer Künstlerfamilie in der lettischen Hauptstadt Riga aufgewachsen. Ihr Vater war Maler, ihre Mutter Fotografin. 
Bereits als 15-Jährige begann sie zu schreiben – als Journalistin für Rockmusik in einem Jugendmagazin.
Während sie Kommunikationswissenschaften an der Universität von Lettland studierte, begann sie für die grösste Tageszeitung Lettlands und für verschiedene Lifestyle-Magazine über zeitgenössische Kunst Artikel zu verfasse. In ihrer eigenen Fernsehsendung «Alise stellt vor» berichtete sie über die Entwicklungen in der zeitgenössischen Kunstszene von Riga.
Seit 2001 hat sie zahlreiche Presse- und Buchbeiträge zu einem umfassenden Themenspektrum verfasst – von der Fotografie zur Sowjet- und Post-Sowjetzeit bis zu zeitgenössischer Kunst. 
Alise Tīfentāle ist Gründerin des Magazins «Foto Kvartals», das sich der Geschichte der Fotografie und der Fotografiekritik widmet. Sie selber stand dem Blatt von 2006 bis 2010 als Chefredaktorin vor. Ihr letztes Buch «The Photograph as Art in Latvia, 1960-1969», erschienen 2011, untersucht die herausragende Bedeutung der Fotografie als offiziell nicht anerkannte Kunstform für das künstlerische Establishment der Sowjetunion. Alise Tīfentale hat diverse Ausstellungen über zeitgenössische lettische Fotografie kuratiert, unter anderem 2008 eine Schau in Moskau mit dem Titel «Private». An der 55. Biennale in Venedig im Jahr 2013 war Co-Kuratorin des lettischen Pavillons «North by North East». 

Alise Tīfentāle ist aber nicht nur im Kunstbereich tätig, sondern hat sich auch schon früh als Schriftstellerin hervorgetan. Bisher hat sie drei Bücher veröffentlicht – 1999 die Kurzgeschichten-Sammlung «Hotel Rīga» sowie die Romane «The Main Prize – A Trip for Two» (2001) und «Im Sog von Riga» (2003). 
Bereits seit 1996 erschienen Stories und Fragmente aus ihren entstehenden Werken in verschiedenen Publikationen und wurden auch ins Finnische, Litauische und Estnische übersetzt. Ihr Schreiben verbindet Autobiographisches und Fiktion. 
Den amerikanischen Autor Hunter S. Thompson and die lettische-amerikanische Autorin Anšlavs Eglītis bezeichnet Alise Tifentāle als ihre literarischen Vorbilder und Inspirationsquellen.
Die Romane von Alise Tīfentāle reflektieren die Widersprüche in unserer zeitgenössischen Gesellschaft, die sich im Spannungsfeld von Mainstream-Massenkultur und ungeschriebenen Gesetzen der verschiedenen Subkulturen, vor allem derjenigen der Kunstwelt, der sie selber angehört, bewegen. 

Alise Tīfentāle

Homepage

Foto: Reinis Fjodorovs, Riga

Textauszug

»Wirst du oft gefragt, warum du hier lebst? Du könntest dir doch auch eine elegante Bleibe an jedem anderen Ort leisten.« Ernests' leuchtende Augen und seine flatternde Stimme verrieten, dass er wieder einmal eine Erleuchtung erlangt hatte. Sie saßen auf dem großen Sofa in Adelaides Wohnzimmer und knabberten Nüsse. Adelaide schloss für einen Moment die Augen und glättete mit einer unwillkürlichen Geste wie von Geisterhand die Falten der mokkafarbenen Organza-Bluse.

»Natürlich werde ich das. Ich habe mich das auch schon gefragt. Eine Antwort habe ich. Mir graut vor dem Reisen – alles, was man in einer fremden Stadt sieht, sind Häuser, Menschen und Essen. Alles ist genau wie hier, es sieht nur anders aus. Warum also wegziehen, wenn sich dadurch nichts ändert? Die Einsamkeit vertreibt es auf keinen Fall. Und darum ist es egal, wo man lebt. Ich weiß auch, dass ich früher oder später zurückkehren würde. Da ist dieser besondere Sog von Riga, diese Wärme, in der ich mich wohl fühle, alle kennen einander, alle sind miteinander verbunden. Eine Art Sicherheitsnetz.«

»Auch ich denke darüber nach. Weißt du, Riga ist weder das Hinterland der Welt noch ein Symbol der Peripherie, es ist Zentrale oder Terminal, in dem sich die von anderen Großstädten verschmähten Abenteurer versammeln, die gescheiterten Welteroberer und die besiegten Träumer. So lautet die Regel: Alle, die einst voller Wünsche, Ambitionen und Pläne auf der Suche nach Glück, Ruhm und Geld in fremde Lande aufgebrochen sind, kehren nach vielen Jahren zurück, um wieder in denselben Kneipen zu sitzen und zu trinken. Was bleibt ihnen denn anderes übrig? So viel Schnaps, wie diese Zurückgewiesenen kann man gar nicht trinken. Sie haben nur diesen Ausweg. Von einer großen Bühne in London, Amsterdam oder Stockholm abgewiesen, fehlt dir die Kraft und Motivation, in der Geburtsstadt alles noch einmal von vorne anzufangen. Die Statistik würde sicher belegen, dass Rigas Partyleben zum größten Teil aus hoffnungslosen Losern besteht. Aus einer ganz besonderen Gattung von Losern, deren einst so hohen Ziele und Hoffnungen dermaßen gründlich zerstört wurden, dass sie jetzt nur noch giftige Bemerkungen machen und niemandem mehr glauben.

Zugleich ist die Selbstmord- und Alkoholüberdosierungsrate gar nicht so groß – das Rigaer Grau wartet fürsorglich auf die Rückkehr seiner verlorenen Söhne und nimmt sie taktvoll, so als wäre nichts geschehen, wieder in ihre alte Kneipenrunde auf. Ohne überflüssige Fragen zu stellen, ohne sie in eine peinliche Lage zu versetzen. Wohin auch sonst sollte dieser ambitiöse Abfall gehen? Da macht es nichts, wenn wir alle vor Einsamkeit den Verstand verlieren.« …

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